Hofgeschichte

Die jüngere Hofgeschichte
1. Die „Ziegenkäserei am Schleusenhof Regow“

Der Capriolenhof hieß von 1993 bis 2010 „Ziegenkäserei am Schleusenhof Regow“. Schleusenhof Regow ist also die Adresse: Der Hof an der Regower Schleuse, das Wohnhaus, das Wirtschaftsgebäude mit Stall und die Scheune des Schleusenwärters. Sabine und ich entdeckten diese Gebäude 1992 bei einer Wanderung durch die Tangersdorfer Heide. Sie standen seit 1986 leer und Garten und Wiesen waren ungenutzt. Wir bewarben uns beim Eigentümer, dem Wasser und Schiffahrtsamt Eberswalde und konnten 1993 alles pachten, meldeten unseren Wohnsitz in Fürstenberg an und zogen im Dezember 93 ein.
Sabine arbeitete als Tierärztin in der Region und ich machte meine landwirtschaftliche  Ausbildung an der Landwirtschaftsschule in Oranienburg.
Nebenher hatten wir im Sommer 1994 3 Ziegen zum ausprobieren. 1995, meine Ausbildung war abgeschlossen, kam 15 Zuchtziegen und ein Bock der Rasse Toggenburger aus dem Haus Risswick in Kleeve zu uns auf die Schleuse Regow.
Wie bauten neben die Scheune einen Unterstand und in die Scheune ein Melkpodest für 8 Ziegen mit Fließen und fließend Wasser, renovierten die Wirtschaftsküche im Nebengebäude, sodass wir dort mit veterinäramtlicher Genehmigung Käse produzieren konnten.
Zum Hof gehörten 1, 5 ha landwirtschaftliche Nutzfläche dazu pachteten wir bald 8 ha Wiesen entlang der Havel.
Sabine machte die ersten Käseversuche und wir verkauften diese im Sommer an die Bootstouristen. 1996 kamen dann noch mal 15 Ziegen aus Kleeve dazu und wir wollten mit den 8 ha Wiesen 100 Ziegen ernähren. Dafür planten wir den Umbau von Haus und Hofstelle. Den Bauantrag reichten wir noch 1996 ein.
Doch der Bauantrag brachte einiges ins rollen: Der Hof gehörte gar nicht zur Gemeinde Fürstenberg und auch nicht zum Landkreis Oberhavel sondern zur Gemeinde Lychen und dem Landkreis Uckermark. Wir wurden also umgemeindet und der schon genehmigt geglaubte Bauantrag wurde vom Landkreis und Gemeinde nicht gut geheißen und 12 Jahre lang verschleppt und blockiert.
Trotzdem bauten wir unsere Herde auf, machten ab 98 auf der angrenzenden Tangersdorfer Heide Landschaftspflege mit Ziegen, zuerst auf 50 ha, dann ab 2000 auf 75 ha und ab 2010 auf 100 ha.
Die Ziegenherde wuchs auf 100 Ziegen um 2000 und auf 150 2008.
Zu dem Unterstand kamen zwei weitere hinzu und aus dem Melkpodest für 8 Ziegen wurde ein Doppelzwölfer Side-by-side Melkstand mit allen Schikanen. Die Wände zu den Nebenräumen der Wirtschaftsküche verschwanden und die Käserei wuchs soweit es ging. Der ehemalige Stall neben der Wirtschaftsküche wurde zum Hofladen. Wir bauten in der Region ab 1997 eine Ziegenkäsetour auf und verkauften Abbotüten direkt an der Haustür; wir fuhren zunächst nach Schmachtenhagen auf den „Bauernmarkt“ und als uns das zu viel Fake war, nach Berlin auf den Biomarkt der Domäne Dahlem und den Biomarkt am Lausitzer Platz.
Unser Käse wurde jedes Jahr besser und unsere Fans mehr und seit dem Jahr 2000 machen wir Gewinne mit der Ziegenkäserei.
Neben den Ziegen gab es auch immer wieder andere Bewohner auf dem Schleusenhof Regow. Sabine und Hanspeter Dill, wir machten den Anfang. 1995 kamen Lene und Bennet, unser Kinder dazu.

Mit den ersten Ziegen kamen auch Hühner, Freilandschweine und Ede, Sabines Pferd auf den Hof und wenig später Lina, unsere Kuh und Susi, ein Zwergesel. Anfang der Nuller mussten wir dann vorübergehend auf die tierische Vielfalt verzichten, weil wir zu Wenige auf dem Hof waren um die Arbeit zuschaffen: wir konzentrierten uns auf die Ziegen und die Käseherstellung.
Spencer , unser erster Praktikant, frischer Dipl Ing Agrar, war der erste der für ein Jahr mit uns auf dem Hof lebte und entscheidende Dinge mitgestaltetet. Danach kamen Maria, Nadine (freie Ausbildung) Jana, Hannes, Bent, Christian, Cecilia, (alle FÖJ). Von allen blieben kleinere oder größere Projekte und vor allem die wertvollen Gespräche ohne die der Hof nicht hätte wachsen können.
Und der wuchs: 2008 war es dann endlich soweit: wir erhielten Baurecht und konnten mit dem Rohbau beginnen, der 2010 fertig wurde. Danach begann der langwierige Ausbau, der bis heute (Jun 2015) noch nicht fertig ist.
Im Jahr 2011 entwickelten wir den neuen Namen Capriolenhof, nach den Capriolen, den Sprüngen der Ziegen. Damit schlugen wir ein neues Kapitel auf:

2. „Der Capriolenhof“

2012 kamen zu den 8 ha Wiesen, 2 ha Garten/Acker und 100 ha Heide 40 ha Ackerland mit in die Bewirtschaftung. Damit entstand die Möglichkeit der Selbstversorgung mit Futter und einer besseren Kreislaufwirtschaft. Dabei entsteht auch Futter das von den Ziegen nicht optimal genutzt werden kann
Deshalb kommen bald zu den jetzt 180 melkende Ziegen, eine kleine Mutterkuhherde, Hühner und Schweine wieder auf den Hof.
Es entstand diese Website 2011 bis 2012 und brachte uns viel Resonanz und neue Mitarbeiter: 2012 kam Franziska Bergmann unsere erste Auszubildende Landwirtin und 2013 und 2014 einige Landwirtschaftsstudenten zu ihrem Pflichtpraktikum ( Anne, Paddy und Johannes) 2014 kam dann Sylvia als Zusennin  und im Herbst Marie und Lina fürs Ökologische Jahr und Sophie setzte ihre freie Ausbildung für ein halbes Jahr bei uns fort.
2014 hatten auch die „freien Vogtländer“, ein Schacht wandernder Handwerksgesellen, eine fliegende Bude auf dem Capriolenhof und bauten für uns aus dem Abfällen der Landschaftspflege auf der Heide (Kiefernholz) ein Vordach für den Hofladenbetrieb und die Einkehr, unter dem Sie 2015 prenzelbergisch Latte schlürfen oder frankophil Wein&Käse inhalieren können… (Juni 2015, Dill, Fortsetzung folgt)