Hirte und Hirtin

wir suchen für Juli August und September 2017 eine Mitarbeiterin / einen Mitarbeiter: Ziegen melken , füttern und hüten. ruf unseinfach an unter 033087 51183 oder schreib uns ne mail an info@capriolenhof.de.

Qualifikation : LandwirtIn oder langfristige Tätigkeit auf einem Ziegenhof (mindestens ein Jahr)

Bezahlung: ortsüblich

Der nachfolgende Text gibt Dir vielleicht ein bisschen eine Vorstellung von Deiner Sommerarbeit.

Auf dem Capriolenhof leben heißt mit den Ziegen leben. Für die Ziegen leben. Von den Ziegen leben.
In der Herde sein. Diener der Ziegen. Ihr Servicepersonal. Mutter der Zicklein. Kind der Ziegenmütter. Und Leitziege. Anführer, Beschützer, Vorangeher, geistiger Begleiter der Herde.
Als Mensch. Als Wesen unter Gleichen.

Der Hirtenalltag ist sehr anspruchsvoll. Frühes Aufstehen, den ganzen Tag draußen sein und körperliche Arbeit ist die eine Seite.
Die Aufgabe des Hirten ist aber nicht einfach die Tiere auf die Futterfläche zu bringen und wieder zurück in den Stall, über Nacht füttern und morgens wieder melken – obwohl dies den äußeren Rahmen umreißt;
die Aufgabe des Hirten ist es auch die Tiere zu beobachten und eine für die Tiere positive Struktur in der Herde zu unterstützen, zu verhindern, dass die Tiere immer wieder auf den gleichen Stellen fressen (Verwurmungsgefahr) dass die Herde nicht durch ängstliche Tiere unnötig angetrieben wird und schließlich  – und das ist auch nicht einfach – dass die Herde als eine Gruppe zusammenbleibt.

Dabei ist nicht das Wichtige alles richtig zu machen. Wichtig ist, zu sehen wie das Wechselspiel zwischen deinen Erwartungen, und denen der Ziegen, deinen Visionen und dem Handeln der Ziegen, deinen Gefühlen und dem Handeln der Ziegen tatsächlich ist.
Ziegen kannst du ein bisschen manipulieren, ein stückweit konditionieren, ein wenig erziehen. du kannst dir aber nie sicher sein (außer wenn du alles einzäunst und auch dann nicht), dass die Ziegen das tun, was du erwartest, was sie das letzet mal getan haben: du hast keine letzte Gewalt über sie.
Du musst vertrauen.

Dass sie dich mögen. Dass sie dir zugewandt sind. Dass sie deine Visionen, was für die Herde gut ist, erreicht, dass du die Bedürfnisse der Herde verstehst, und deine Vision richtig ist, sie dir deshalb folgen werden.
Und vielleicht gibt es auch Ängste in Dir:
Die Angst dich zu verirren. Die Angst die Kontrolle zu verlieren. Die Angst die Tiere und die Natur nicht zu spüren oder falsch. Die Angst vor unseren Erwartungen. Die Angst zu versagen.

Herde - Landschaft - Hirte

In dieser Heidlandschaft hat unsere Herde in den letzten 15 Jahren ihre Heimat gefunden. Die Tiere kennen alle Futterplätze. Sie wissen von jeder Stelle aus den Weg nach Hause.  Aber nicht nur das: sie haben ihre Spuren hinterlassen: die kurzgefressene Heide, die Bonsaikiefern, die Minizitterpappeln, Zwergginster und  Quendel, die große Population von Mistkäfern (Pillendreher) und Totholzbewohnenden Insekten: das Ergebnis des Zusammenspiels von Ziegenherde Landschaft und Mensch (Hirte), ein jeden Tag neues Zusammenspiel an dem Du teilhaben kannst.

Hirte im Jahreslauf

Die Ziegen finden 365 Tage im Jahr etwas zu fressen auf der Heide: Im Frühjahr Gräser und junge Blätter, im Sommer das Kraut der Heide und Laub, im Herbst und Winter die Samenstände der Heide und (abgesägte)Kiefern. Dazu fressen sie natürlich ganzjährig Rinde.
So ist es auch das schönste, einen ganzen Jahreslauf mit den Ziegen zu erleben, angefangen mit der Brunst im Herbst über die Geburten im Frühjahr bis zur höchsten Milchleistung im Sommer.
Für Menschen unter 27 Jahren gibt es bei uns die Möglichkeit, ein Freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) zu machen(Der Träger hierfür ist der Landesjugendring Potsdam).
Und es gibt den Sommerjob: die Möglichkeit, drei oder sechs Monate im Sommer auf dem Hof als Hirte zu leben. Im Sommer ist es warm und schön , aber die Tage sind länger, auch die Arbeitstage.
In jedem Fall wirst du dich dabei von einer ganz neuen Seite kennen lernen. Die Tiere und die Natur sind unbestechliche Spiegel deiner selbst und gleichzeitig werden sie sich selbst dir immer wieder zu Geltung bringen